Vortrag von Dr. Markus Hansen zum Thema: „Was passiert eigentlich im Hüftgelenk / Becken bei einer Dorn-Behandlung?“ Dieter Dorn hat diese Methode in völliger Unkenntnis der Anatomie und Physiologie entwickelt. Seine ersten Erfolge hatte er beim Drücken mit den Daumen auf den seitlichen Dornfortsätzen gehabt und damit Schmerzen beseitigt. Er hatte geglaubt, die Bandscheibe wieder reinzudrücken, aber dabei hatte er eine Stellungskorrektur über den Hebel des Dornfortsatzes erreicht. Die Frage ist, was machen wir eigentlich, wenn wir einen Wirbel korrigieren. Wenn wir einen Wirbel korrigieren beseitigen wir eigentlich eine Blockierung. Der wissenschaftliche Ausdruck für diese schmerzhafte Fehlstellung des Wirbels ist eine Blockierung. Der Patient sagt häufig „Mir ist ein Wirbel rausgesprungen“. Das ist natürlich falsch, deshalb korrigiere ich diese Aussage, weil er zu einer falschen Vorstellung führt, was in seinem Körper passiert. Genauso falsch ist die Aussage „Mir ist ein Wirbel eingeklemmt“. So, wie bei einer eingeklemmten Schublade ein kräftiger Stoß die Schublade wieder frei macht. So meinen wohl einige, dass durch einen kräftigen Ruck die Wirbelsäule wieder frei wird. Wenn man sich ein Wirbelsäulenmodell ansieht, erkennt man, es gibt an der Wirbelsäule nichts, das einklemmen kann. Es verklemmt nichts mechanisch! Es gibt keine Gelenkflächen, die miteinander verkeilen können. Die Gelenkflächen sitzen offen aufeinander. Die Wirbel sind von den knöchrigen Gelenkstrukturen her immer frei beweglich. Blockiert werden sie durch die Muskulatur. Und das ist ein komplexer neuro-muskulärer- skelettarer Vorgang. Muskeln werden auch nicht durch sich selbst verkürzt und verhärtet, sondern die Muskeln werden falsch gesteuert. Und gesteuert werden sie über das zentrale Nervensystem. Deshalb ist die Blockierung des Wirbels immer ein Problem des zentralen Nervensystems. Dies ist eine ganz wichtige Sache, die ich wissen muss um nicht dagegen zu treten, wie bei einer eingeklemmten Schublade. Wir haben vorher gehört, es gibt das vegetative und das autonome Nervensystem. Das vegetative Nervensystem reguliert alle Vorgänge, auf denen wir keinen willentlichen Einfluss haben (Blutdruck, Herzschlag,.....).
Der Begriff „autonomes Nervensystem“ ist aber auch irreführend. Es klingt so, als wenn ich das mit vollen Bewußtsein kontrollieren könnte. Das kann ich ja gar nicht. Es gibt keinen einzelnen Muskel, den Sie willentlich anspannen oder entspannen können. Wenn Sie sagen, spanne mal den Bizeps an. Dann hebt der den Arm, dann spannt sich auch der Bizeps an, aber ganz viele andere Muskeln auch. Und wenn Sie mit dem Arm ein Gewicht heben, dann muß auch der Antagonist, der Trizeps anspannen. Dies passiert im Körper alles automatisch, also nicht autonom. Im Gehirn, also im Zentralnervensystem, in Ihrem Bewußtsein, wird nur ein Ereignis geplant, was wir machen wollen. Durchgeführt wird das von untergeordneten Zentren in mehreren Hierarchie-Stufen, die dann letztlich die Funktion der einzelnen Muskeln regulieren bis in die feinsten Muskelfasern.
Mein einfaches Vorstellungsbild ist so: Alle Wirbel sind beweglich miteinander verbunden, sie sind nicht fest. Es ist auch nicht so, dass ein Wirbel sich wie in einer Zwinge bewegen lässt und dann drücken Sie ihn in die richtige Stelle und dann ist er richtig. Das gibt es nicht. Die Wirbel sind immer frei beweglich, sie werden durch die Muskeln und vor allem durch die kleinen segmentalen Muskeln in der Wirbelsäule in ihrer Position gehalten. Wenn ein Wirbel in der Fehlstellung ist, dann arbeiten diese Muskeln nicht symmetrisch, dann sind da Düsbalancen in den kleinen Muskeln, die die Wirbelsäule im Inneren stabilisieren, aber auch in den übergeordneten Schichten. Das ist ein sehr komplexes System. Wie eine Blockierung entsteht, das kann man sich vereinfacht vorstellen. Durch irgend einen äußeren oder inneren Einfluss wird ein Schmerzreiz in einem Wirbelsegment erzeugt. Vielleicht durch eine plötzliche Bewegung, die ich nicht richtig kontern konnte, oder durch Übermüdung oder Erschöpfung wird ein Schmerzreiz in ein Bewegungselement angelegt. Jetzt reagiert der Körper reflektorisch, nicht willentlich, mit einer Schutzreaktion, die darin besteht, dass ein Muskel anspannt. Leider funktioniert diese System nicht immer so, wie es funktionieren sollte. Es gibt Situationen (nicht selten), das genau der Muskel angespannt wird, der den Wirbel noch mehr in seine Fehlstellung, in die schmerzhafte Stellung zieht. Dadurch wird der Schmerz verstärkt. Dadurch wird auch die reflektorische Muskelanspannung verstärkt. Das ganze ist ein sich verstärkender Teufelskreis, der irgendwann an die Wand läuft. Dann hängt der Wirbel fest in seiner Fehlposition und kann auch nicht mehr raus. Muskulär fixiert durch eine nervliche Fehlsteuerung. Durch die verschiedensten Behandlungsmethoden bekommen wir den Wirbel wieder frei. Egal ob ich jetzt Betäubungsmittel an das Wirbelgelenk spritze, ob ich ein starkes Schmerzmittel zum Einnehmen gebe, ob ich mit Gewalt den Wirbel aus seiner Fehlstellung wieder raushole, ob ich es sanft nach Dorn mache, ob ich mit Wärme die Muskeln zum Entspannen bringe. Es gibt ganz viele Methoden, die diese Blockierungen wieder lösen können.
Meine Lieblingsmethode ist die Dorn-Methode, weil sie sehr schnell geht, weil sie beim Patienten auch eine gewisse Überraschung erzeugt. Weil ich den Patienten auch sagen kann, dass er sich auf die Dauer auch selbst helfen kann. Aber es ist nur eine von vielen Möglichkeiten, diese Blockierungen zu lösen. Das schlimmste ist, wenn man operativ an so etwas drangeht. Jede Operation ist eine Körperverletzung. Es ist nicht so, dass die Wirbelsäule etwas zähes ist und ich eine Wirbelfehlstellung wieder in die richtige Stellung bringen muß, denn die Wirbelsäule ist sehr beweglich, wenn die Muskeln loslassen. Die Muskeln lassen aber nicht los, sie halten jedes Gelenk fest. Wenn die Muskeln nicht arbeiten würden, würde mein Körper hier unten wie ein Häufchen auf dem Boden liegen. Jedes Gelenk, jeder Knochen, auch jedes Wirbelgelenk wird durch das Zusammenspiel der Muskulatur in der Position gehalten. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, auch für die Hüftgelenke.
Also eine Behandlung nach der Methode Dorn ist immer ein Eingriff in ein ganz komplexes Beziehungsgefüge zwischen Nerven, nervlichen Kontrollzentren und dem Zentralnervensystem, periphere Nerven in der Muskulatur und letztlich auch in der Stellung der Knochen, die durch die Muskulatur in ihrer Position gehalten werden. Die Basis der Dorn-Methode ist immer die Beinlängen-Korrektur. Ich kontrolliere jedes Mal bei jedem Patienten alle sechs großen Beingelenke. Beide Sprunggelenke, beide Kniegelenke, beide Hüftgelenke. Die Asymmetrie ist in mehr als 90% in den Hüftgelenken. Das ist auch leicht verständlich, da die funktionelle Asymmetrie durch eine muskuläre Düsbalance entsteht. Die Muskeln, die die Sprunggelenke und die Knie bedienen werden bei uns relativ symmetrisch benutzt. Die Muskeln, die das Hüftgelenk bedienen, werden häufig sehr asymmetrisch benutzt. Zu der Hüftgelenks-Muskulatur gehören sehr viele Muskeln. Nicht nur die großen Gesäßmuskeln, die Glutealmuskeln und der Hüftbeuger, der Psoars, sondern auch die meisten Oberschenkelmuskeln und die Rumpfmuskeln greifen mehr oder weniger am Hüftgelenk an. Diese Muskeln sind bei uns in asymmetrischen Gebrauch. Die meisten Modesportarten wie Golf und Tennis sind asymmetrische Sportarten. Wer arbeitet in seinem Beruf symmetrisch? Wie sitzen wir abends vor dem Fernseher? All diese Bewegungen sind asymmetrisch und führen zu unterschiedlichen Gelenkstellungen, zu den funktionellen Beinlängendifferenzen.
Niemand schlägt sein Bein mit Bosheit übereinander, wir machen es nicht einmal bewusst. Der Körper hat es automatisch gemacht. Warum hat er das gemacht? Vielleicht weil er einen Muskel dehnen wollte, der im Laufe des Tages verkürzt wurde. Aber das, was der Körper intuitiv von sich aus macht ist nicht immer verkehrt, ist auch nicht immer richtig. Also keine Verbote! Diese Übung, die Dieter Dorn zeigte, um das Hüftgelenk zu reponieren ist eine der ganz zentralen Elemente der Dorn-Methode. Jeder Patient, der zu mir kommt, ob mit Kopf- oder Fußschmerzen, bekommt diese. Bei fast jedem Patienten bekommt man damit die funktionelle Beinlängendifferenz weg. Jeder, der ein Problem mit dem Bewegungsapparat hat, hat diese Beinlängendifferenz. Diese einfache Übung zur Korrektur der Hüftgelenks-Fehlstellung, führt bei sehr vielen Patienten dazu, dass sie mir sagen, seitdem ich diese Übung bei mir selbst mache, geht es mir gut. Wenn alle Menschen diese einfache Übung machen würden, brauchten wir nicht mehr so viele Orthopäden. Die Methode mit dem Handtuch mag ich überhaupt nicht und zwar aus folgendem Grund. Man braucht das Handtuch gar nicht. Wenn ich gesunde Hände habe, brauche ich das Handtuch nicht. Die Übung ist so einfach, ich sage den Patienten, die Übung dauert eine Sekunde. Ich brauche nichts anderes als meine beiden gesunden Hände, die 95% aller Menschen haben. Die Hände habe ich immer bei mir. Die Leute sagen, ich mache es immer morgens, wenn ich aufstehe. Sie müssen es nicht morgens, wenn sie aufstehen machen, sondern wenn sie gesessen haben und dann aufstehen, aus dem Auto aussteigen, vom Arbeitsplatz aufstehen, wenn sie abends von dem Sessel aufstehen, dann sollten sie es machen. Aber dann haben sie gerade kein Handtuch bei sich. Ja, dann sagen sie, ich mache es heute Abend, wenn ich ins Bett gehe. Der Hinweis auf das Handtuch führt nur dazu, dass sie es nicht machen. Wenn ich dann sage, es ist ganz einfach mit jeder Hand, die du bei dir hast, einmal links und einmal rechts. Dann wird es auch nicht immer gemacht. 99% aller Patienten sollte ich das mit dem Handtuch nicht sagen, weil das Handtuch bleibt im Kopf hängen!
Was passiert denn eigentlich im Hüftgelenk?
Ich zeige den Patienten am Skelett die Hüftgelenksbewegung und den Druck meiner Hand. Damit haben wir den Hüftgelenkskopf schön in die Pfanne wieder rein geschoben. Jeder Patient versteht das. Aber es ist nicht so, das werden wir gleich sehen, aber es ist so schön einleuchtend. Es ist auch das, was Dieter Dorn sich vorgestellt hat. Und diese Übung ist gut, auch wenn es nicht so funktioniert. Nachdem ich diese Untersuchung gemacht hatte, die ich ihnen gleich zeige, war ich mehrere Monate in einem schlimmen Konflikt. Ich konnte den Patienten das nicht mehr so einfach erklären. Ich mache es wieder, obwohl ich weiß, das es anders ist. Den Patienten aus dem medizinischen Bereich sage ich, es ist nur eine Modellvorstellung. Diese einfache Erklärung mit dem „Hüftgelenk reinschieben“ führt dazu, dass ich den Patienten helfen kann. Als ich früher klassische Chirotherapie gemacht hatte, die ich gelernt hatte, waren 75% der Patienten für den Moment schmerzfrei, bei der Dorn-Methode sind es 90%, ohne dass ich Gewalt anwende. Aber dazu gehört, dass ich bei den Füßen anfange und beim Kopf aufhöre. Es gibt Kritiker der Dorn-Methode, die ihre Kritik daran festmachen, dass sie sagen, das kann ja gar nicht sein, die Hüftgelenke ein paar Zentimeter reinschieben. Das stimmt. Wenn sie sich einmal ein Hüftgelenk angesehen haben, ein Hüftgelenk operiert haben – das ist wirklich ein Segen, dass man ein kaputtes Hüftgelenk ersetzen kann – dann verstehen sie es. Ein Hüftgelenk, das intakt ist, besteht aus einer Halbkugel mit einem Knorpelüberzug in einer ebenfalls mit Knorpel überzogenen Pfanne. Das ganze ist außen abgeschlossen mit einer Gelenkkapsel und in der Pfanne ist Gleitflüssigkeit, aber nur ganz wenig, dass es gerade benetzt ist. Es ist aber keine Luft drin. Wenn jetzt die Kugel rausrutschen würde, wäre etwas dazwischen, entweder Luft, die kommt aber nicht darein, oder es müsste Wasser drin sein, das gibt es aber auch nicht. Ein Hüftgelenk hat kein Wasser. Also muß ein Vakuum entstehen. Ein Vakuum würde aber einen riesigen Unterdruck erzeugen, dass das Hüftgelenk wieder zurücksaugt. Also, die Hüftkugel kann nicht rausgehen! Diese Erklärung ist zwar einleuchtend, aber irgendetwas muss doch passieren, wenn wir das „Bein reinschieben“. Ich habe das Glück, in der Nähe von Hannover zu sein. Da gibt es seit einem Jahr ein offenes Kernspinn-Tomografie-Gerät. Es ist nicht eine Röhre, wo der Patient reingeschoben wird, es ist ein offenes Gerät, indem man auch drin stehen kann, oder sitzen, oder liegen kann, in unterschiedlichen Körperpositionen. Die Kernspinnuntersuchungen kann man in genau den Positionen machen, in der der Patient seine Schmerzen hat. Ein normales Kernspinn-Gerät wiegt ca. 60-80 Tonnen, diese wiegt 200 Tonnen und kostet auch das dreifache. Ich habe zwei Patienten mit nach Hannover genommen. Beide hatten eine besonders starke Beinlängendifferenz. Jedes mal, wenn ich sie untersucht hatte, war die Differenz wieder 3 cm. Und jedes Mal, nach den Übungen, waren die Beine gleich lang. Der Patient ist ein am Hüftgelenk mehrfach operierter. Die Patientin hatte gesunde Hüften, aber eine ausgeprägte Skoliose, die schon häufig in Behandlung bei mir war. Normalerweise lege ich Wert darauf, dass die Dorn-Patienten nicht häufig zur Behandlung kommen. Wenn sie zum dritten Mal kommen, wird es Zeit, dass sie sich selber helfen können. Ich habe immer dann gut gearbeitet, wenn der Patient nicht mehr kommen braucht. Es gibt aber Patienten, da geht es nicht, z.B. bei schwerer Skoliose. Dr. Hansen zeigte nun die Bilder von der großen Kernspinn-Tomografie-Anlage, die er für einen halben Tag zur Verfügung hatte. Zunächst wurden die Bilder von beiden Patienten im Stehen und dann im Liegen aufgenommen. Dann wurde bei beiden Patienten im Gerät die Hüftgelenk-Behandlung am längeren Bein durchgeführt. Dann wieder die Aufnahmen. Dann sind die Patienten aufgestanden und ich habe die ganze Dorn-Behandlung gemacht. Dann wurden noch einmal die Aufnahmen im Stehen gemacht. Also jeder Patient ist vier mal „gemessen“ worden. Ergebnis:
- An der Stellung der Hüftgelenke hat sich nichts verändert. Keine Unterschiede an den Hüftgelenken.
- Die Beckenverwringung hat sich beim Patienten geändert.
- An der Stellung der Wirbelsäule bei der Patientin hat sich viel geändert.
Was man sagen kann, ist, dass wir mit diesem simplen Eingriff eine Veränderung an dem komplexen neuro-muskulären-skelettalen System aus Wirbelsäule, Becken und Beinskelett vornehmen, was zu einer Verbesserung einer Düsbalance führt. Mehr nicht. Beim Patienten hat sich die Wirbelsäule nicht so sehr verändert wie bei der Patientin, bei Ihr hat sich mehr die Beckenverwringung geändert. Dies ist keine wissenschaftliche Aussage, aber es tut sich was im komplexen System. Das, was passiert ist nicht nur rein anatomisch, da wir in das Nervensystem eingreifen, da das Nervensystem den Muskeltonus reguliert, das für die Stellung der Wirbelsäule und Gelenke zuständig ist. Wie man das auch sagt, ob man Energie auf den Patienten überträgt. Was auch immer damit gemeint sein kann. Wir nehmen Einfluss auf das System des Patienten. Die Einflussnahme funktioniert und sie hat bei Dieter Dorn funktioniert und es funktioniert bei jedem von uns, der glaubt er würde die Hüftkugel reinschieben. Ich warne ein bisschen davor, selbst als Naturwissenschaftler, was sie bei der Dorn-Methode machen, zu sehr in die Anatomie zu interpretieren, also in den Bewegungsapparat mit den einzelnen Knochen und Gelenken, sondern sehen sie lieber eine Funktionsstörung. Der Patient kommt zu ihnen, weil die Funktionsstörung zum Schmerz führt. Wir erkennen die Funktionsstörung an der Beinlängendifferenz, an den Verschiebungen der Dornfortsätze, auch im Kreuzbeinbereich und sie korrigieren es mit der Methode, die sie von ihrem Dorn-Lehrer gelernt haben. Versuchen sie sich nicht zu sehr zu überlegen, welchen Wirbel schiebe ich eigentlich wo hin. Es spielt nicht so eine große Rolle. Auch die segmentale Zuordnung der einzelnen Wirbel zu Organstörungen muß mehr Bereichsweise gesehen werden. Nicht immer so exakt sehen. Die wenigsten von ihnen wissen, an welchen Wirbel sie gerade arbeiten, es ist auch nicht so wichtig. Sie arbeiten an jenen Wirbel, der das Problem hat und wenn sie die Wirbelsäule von unten nach oben durcharbeiten und das sorgfältig machen, brauchen sie keine anatomischen Erkenntnisse dafür. Wenn jemand kommt und sagt: „Ich habe Herzschmerzen“, dann sage ich: „Sie müssen zu einem Kardiologen gehen“. Wenn er aber sagt: „Ich bin schon beim Kardiologen gewesen und er sagt, alles ist in Ordnung, da ist nichts“, und ich habe ihn behandelt, habe auch auf den 2. Brustwirbel gedrückt und der Herzschmerz ist weg, dann freue ich mich, dann habe ich ein Erfolgserlebnis, aber ich würde niemals sagen, dieser Patient mit Herzschmerzen braucht nicht zum Kardiologen, das kriege ich auch hin. Der Effekt meiner Therapie ist sicher vorhanden. Dieter Dorn ist ja mehr durch Zufall auf das ungewöhnliche Buch von Cherny gekommen. Das Buch ist spannend zu lesen, es hat in Deutschland nur eine kleine Verbreitung. Der Autor hat es für die Amerikaner geschrieben, die sich selbst behandeln wollen, weil sie kein Geld zum Behandeln haben. Da steht vieles drin, wie man sich selbst helfen kann. Cherny vermischt die chinesische Medizin über den Blasenmeridian und die schulmedizinischen Headschen Zonen. Dieter Dorn hat das aufgesogen wie ein Schwamm und hat da seine Erkenntnisse rausgezogen. Das ist auch gut.
Nur man muß aufpassen, dass man nicht in die Fehlinterpretation verfällt: „Ich habe jetzt die Dorn-Methode und ich kann jetzt alles damit machen“. Das geht nicht! Also die Dorn-Methode ist eine Methode, die komplexe Veränderungen im Bewegungsapparat aus ganzheitlicher Sicht auf der neuro-muskulär-skelettalen Ebene behebt. Nicht mehr und nicht weniger. Im Grunde wird die Dorn-Methode nicht dadurch besser, dass ich versuche rauszubringen, welcher Wirbel dreht sich in welche Richtung. Sondern ich muß es einfach machen. Ich fasse den Patienten an. Die Patienten sagen: “Das habe ich noch nie erlebt, dass ich so untersucht worden bin. Es tut ja gar nicht mehr weh“. Dann sage ich: „Deshalb sind sie doch zu mir gekommen“. Das kennen sie nicht. Wahrscheinlich haben sie eine Spritze erwartet. Wir sind wahrscheinlich in so einem Arbeitskreis überfordert, rauszubekommen, was passiert denn eigentlich physiologisch und damit sind nicht nur wir überfordert. Die klassische Chirotherapie, die ja auch in den letzten 10-20 Jahren gewaltige Veränderungen durchgemacht hat und im Sinne von mehr sanften Muskeltechniken weitergekommen ist, auch die spekuliert nur über das was passiert, auch dort gibt es keine harten Fakten und da gibt es genug, die sich darum kümmern. Also wir dürfen nicht den Anspruch erheben, das wir mit dem kleinen Kreis und den geringen Mitteln, die wir haben, jetzt eine glasklare wissenschaftliche Definition machen können. Wir müssen davon leben, was wir tun. Wir müssen einfach wissen, dass das was wir tun, den Patienten hilft und das ist das entscheidende. Und wir wissen auch, dass wir den Patienten besser helfen können, als die wissenschaftlich durchdrungenen schulmedizinischen Methoden. Auch das ist noch ein Grund dafür, das es gar nicht das Ziel ist, das wissenschaftlich zu durchdringen. Das Ziel ist, die Methode so wie sie entstanden ist, empirisch noch weiter zu führen. Das ist so meine Vorstellung. Danke für ihre Geduld.
Diese Vorträge können Sie auch als Filmaufnahme auf zwei Video-CD`s beziehen, Kosten 10,- EURO pro Video-CD, von: Therapiebedarf PANEK, Anton Riegele, Mindelheimerstr. 51, D-87666 Ingenried, E-mail:
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